Bluttransfusion bei Katzen und Hunden: Wie funktioniert das?
Bluttransfusionen werden nicht nur in der Humanmedizin eingesetzt. Auch Tiere benötigen manchmal das Blut anderer Tiere. Die Veterinärmedizinische Universität Wien betreibt seit über zehn Jahren eine Katzenblutbank.
Auch Katzen können in Notfällen Blut spenden. Pferde benötigen Spenderblut, vor allem bei Operationen mit hohem Blutverlust. Schafe, Ziegen und andere Wiederkäuer benötigen möglicherweise Bluttransfusionen, wenn sie stark von blutsaugenden Parasiten befallen sind.
Drei Tierärzte verschiedener Fachrichtungen erklären, wie Bluttransfusionen bei unterschiedlichen Tierarten eingesetzt werden und Leben retten. Blut lässt sich zwar kaum künstlich herstellen, kann aber innerhalb einer Tierart transfundiert werden.
Inhalt
Gründe für Bluttransfusionen bei Hunden und Katzen:
- Schwere Unfälle;
- Umfangreiche Operationen.
- Einige onkologische Erkrankungen.
- Rattengiftvergiftung.
- Schwere Infektionskrankheiten: zum Beispiel Babesiose, die von bestimmten Arten von Weidezecken übertragen wird (in Russland – hauptsächlich im Nordwesten und Süden des europäischen Teils sowie in den Steppenregionen Südsibiriens).
- Blutkrankheiten: wie z. B. Gerinnungsstörungen oder eine genetische Blutkrankheit (Hämophilie).
Blut kommt in verschiedenen Formen vor
Tiere haben, genau wie Menschen, unterschiedliche Blutgruppen (lesen Sie mehr dazu auf unserer Website). Wie viele Blutgruppen gibt es bei Hunden? Und bei KatzenBlut wird anhand seiner Oberflächenproteine in verschiedene Gruppen eingeteilt. Katzen haben drei Blutgruppen. Die Transfusion der falschen Blutgruppe kann tödlich sein, beispielsweise wenn eine Katze mit Blutgruppe B Blut der Gruppe A erhält. Bei jeder weiteren Transfusion muss auf die Blutgruppe geachtet werden, da der Körper des Tieres in diesen Fällen bereits Antikörper gegen das fremde Blut gebildet hat.
Untersuchung von Tieren vor der Blutspende
An der Klinik für Innere Medizin der Kleintiere der Veterinärmedizinischen Universität Wien können Hunde und Katzen als Blutspender registriert werden. Die Tiere erhalten eine Blutspenderurkunde und werden einer gründlichen Untersuchung unterzogen. Diese umfasst ein komplettes Blutbild, einen Parasitentest und ein Screening auf Viruserkrankungen.
„Blutspenden schaden den Tieren nicht. Das gespendete Blutvolumen wird dem Körper schnell wieder zugeführt“, sagt Nicole Lukshander-Zeller, Spezialistin für Innere Medizin bei Kleintieren und Koordinatorin der Blutbank. „Wir legen besonderen Wert darauf, dass es den Spendertieren gut geht. Sie erhalten direkt nach jeder Spende einen kleinen Snack.“
An der Veterinärmedizinischen Universität Wien wird Hunde- und Katzenblut nicht nur als Vollblut gelagert. Auch einzelne Blutbestandteile wie Plasma und rote Blutkörperchen werden eingelagert und je nach Bedarf verwendet.
Durch die Blutspende von Tieren werden Leben von Artgenossen gerettet.
Übersetzung von O. V. Ryndina
Haben Sie Fragen? Sie können diese dem Tierarzt unseres Webseiten-Teams in den Kommentaren unten stellen. Er wird sie so schnell wie möglich beantworten.
Lesen Sie auch:
- Katarakte bei Hunden
- Mykoplasmose beim Hund: Symptome und Behandlung
- Wie viele Blutgruppen gibt es bei Hunden?

Einen Kommentar hinzufügen