Belgischer Schäferhund (Groenendael, Tervuren, Malinois, Laekenois)
Der Belgische Schäferhund ist ein robuster, kompakter Hund mit vielseitigen Arbeitseigenschaften. Früher wurde er hauptsächlich als Hütehund eingesetzt, heute dient er vor allem als Assistenzhund, Familienhund, Begleithund und Wachhund.
Es gibt vier Varietäten des Belgischen Schäferhundes, die sich in Fellqualität und -länge unterscheiden: Malinois, Tervueren, Groenendael und Laekenois. Laut FCI-Klassifizierung gelten sie alle als Vertreter einer einzigen Rasse – des Belgischen Schäferhundes. Das Foto unten zeigt das Aussehen eines Malinois, der beliebtesten Varietät, sowie der anderen. Andere Organisationen unterscheiden die Varietäten separat oder erkennen sie gar nicht an. In den Vereinigten Staaten beispielsweise sind Groenendael, Tervueren und Malinois separat registriert und gelten als eigenständige Rassen, während der Laekenois dort nicht anerkannt wird.

Inhalt
Ursprungsgeschichte
Im 19. Jahrhundert konzentrierte sich Belgien auf die Zucht von Hütehunden. Es gab zahlreiche Rassegruppen, die sich alle stark in Aussehen und Felltyp unterschieden.
1891 beschloss eine Gruppe von Enthusiasten unter der Leitung von A. Rele, Professor am Veterinärinstitut Koogerhem, eine Rasse zu entwickeln, die die besten Eigenschaften der Rasse vereinen sollte. Sie gelten als Entdecker und erste Züchter des Belgischen Schäferhundes. Sie gründeten den Belgischen Schäferhund-Club und veranstalteten im Herbst desselben Jahres die erste Hundeausstellung. Über 100 Hunde nahmen an der Ausstellung teil, und die besten Exemplare wurden für die weitere Zucht ausgewählt. Die Kynologen entwickelten ein Zuchtprogramm und setzten es in den folgenden sechs Jahren gewissenhaft um.
1901 wurden die ersten Belgischen Schäferhunde in das nationale Zuchtbuch eingetragen. Die nachfolgenden Bemühungen zielten darauf ab, die Rasse zu standardisieren und unerwünschte Fehler zu beseitigen. 1910 wurden der Typ und das Temperament, die allen vier Varietäten gemeinsam sind, offiziell anerkannt. Ihre Beliebtheit variiert jedoch von Land zu Land. In Russland und der GUS ist der Malinois am beliebtesten, weshalb er dort oft als eigenständige Rasse betrachtet wird. Groenendael und Tervueren belegen den zweiten Platz, während der Laekenois selbst in seinem Ursprungsland am wenigsten beliebt ist.
Über die Jahre hinweg war der Belgische Schäferhund Gegenstand hitziger Debatten und Diskussionen hinsichtlich der offensichtlichen Unterschiede im Aussehen, seine Arbeitsfähigkeit und sein Temperament blieben jedoch unbestritten.
Videorezension der Hunderasse Belgischer Schäferhund (Malinois):
Erscheinungsbild und Standards
Der Belgische Schäferhund macht optisch den Eindruck einer robusten Arbeitshunderasse. Er ist harmonisch gebaut, wohlproportioniert und trägt sich stolz. Die durchschnittliche Widerristhöhe liegt bei 58–62 cm, das Gewicht bei bis zu 30 kg. Sein Gang ist frei und direkt. Schäferhunde können zwar galoppieren, charakteristischer ist jedoch ein gemächlicher Schritt oder Trab, bei dem die Beine parallel laufen und die Rückenlinie gerade bleibt.
Kopf und Schnauze
Der Schädel ist gleich lang wie die Schnauze. Der Kopf ist wohlgeformt und trocken. Der Nasenrücken ist gerade. Die Schnauze verjüngt sich gleichmäßig zu einer vollständig pigmentierten Spitze mit weiten Nasenlöchern. Die Lefzen sind trocken und pigmentiert. Das Gebiss ist kräftig, weiß und vollständig, mit korrektem Biss. Der Stop ist deutlich ausgeprägt. Die Augen sind mandelförmig, mittelgroß und tief liegend. Braun ist erwünscht. Die Augenlider sind dunkel. Die Ohren sind dreieckig, hoch angesetzt und werden aufrecht getragen.
Körperbau
Der Körperbau ist kräftig, aber nicht schwer. Er ist leicht gestreckt. Die Rückenlinie ist gerade und breit. Der Hals ist leicht verlängert und verbreitert sich merklich zu den Schultern hin. Die Gliedmaßen sind kräftig, trocken und gut bemuskelt. Der Bauch ist mäßig aufgezogen. Die Kruppe ist leicht abfallend. Die Pfoten sind oval. Die Krallen sind dunkel und groß. Die Haut ist elastisch und liegt eng am Körper an.
Fell und Farbe
Alle Belgier haben ein relativ dichtes, dickes Fell mit guter Struktur und einer weichen Unterwolle, die Schutz vor widrigen Bedingungen bietet.
Langhaarige Hunderassen sind beispielsweise der Groenendael und der Tervueren. Sie zeichnen sich durch ein schönes, gerades, fließendes Deckhaar aus. Am Kopf und an der Unterseite ist es kurz, am Hals und an der Rute länger und bildet dort Fransen.
• Kurzhaarig (Malinois) – das Fell ist am ganzen Körper kurz. Die Haarlänge nimmt nur am Hals etwas zu und bildet einen Kragen, sowie an der Rückseite der Oberschenkel.
• Die Rauhaarkatze (Laekenois) zeichnet sich durch hartes, trockenes, grobes Haar aus, das durchschnittlich 6 cm lang ist. An der Schnauze bedeckt das Haar die Kopfform. Der Schwanz ist leicht behaart.
Farben des Belgischen Schäferhundes:
• Malinois – Rehbraun mit Maske; Kann schwarze Abzeichen aufweisen;
• Groenendael – einfarbig schwarz;
• Tervuren – falbfarben, auch grau mit Maske. Kann eine schwarze Abzeichen haben. Die Farbe sollte satt und nicht verwaschen sein;
• Laekenois - rehbraun mit leichten Spuren schwarzer Abzeichen und Maske.
Alle Varietäten können kleine weiße Abzeichen an den Zehen und der Brust aufweisen. Die Maske des Malinois und des Tervueren sollte sichtbar sein. „Schwarze Abzeichen“ bedeuten, dass die Haarspitzen schwarz sein können und sich dadurch vom Grundfell abheben.
Die Kreuzung von Vertretern verschiedener Typen ist verboten.
Fotos von Belgischen Schäferhunden (Malinois, Tervuren, Groenendael und Laekenois):




Charakter- und psychologisches Porträt
Belgische Schäferhunde sind ausgeglichen, ruhig und selbstsicher und besitzen ein elegantes, würdevolles und mitunter sogar übertrieben ernstes Wesen. Sie sind stets anhänglich und zugänglich gegenüber Familienmitgliedern. Sie sind sehr loyal, gehorsam und energiegeladen und verfügen über ausgezeichnete Wachinstinkte. Sie verstehen sich gut mit Kindern. Sie gehen unermüdlich mit älteren Kindern spazieren, sind aber auch jüngeren Kindern gegenüber fürsorglich und verstehen deren Streiche.
Belgische Schäferhunde sind nicht aggressiv, aber sie beobachten Fremde aufmerksam und begegnen jedem mit Vorsicht. Selbst ohne entsprechende Erziehung verteidigt ein Belgischer Schäferhund notfalls seine Familie und sein Eigentum.
Der Belgische Schäferhund vereint die Intelligenz und Unabhängigkeit eines Schäfers, die Wachsamkeit und Furchtlosigkeit eines Wachmanns sowie die Zuverlässigkeit und Loyalität eines Sicherheitsbeamten.
Das Verhältnis zu Hunden hängt von der Persönlichkeit der Nachbarn ab. Belgische Schäferhunde sind in der Regel nicht abgeneigt, Gesellschaft zu haben und friedlich zusammenzuleben. Mit der richtigen Erziehung stören sie Hauskatzen nicht, da sie verstehen, dass diese ebenfalls zur Familie gehören. Katzen der Nachbarn hingegen jagen sie gerne weg.

Ausbildung
Belgische Schäferhunde sind für ihre hohe Intelligenz bekannt. Ihre Einstufung als vielseitige Arbeitshunderasse bedeutet, dass sie sehr gut trainierbar sind. AusbildungSie erfassen alle Befehle spontan, merken sie sich lange und führen sie ohne Zögern aus. Selbstverständlich setzt dies regelmäßiges Training voraus. Schutz- und Wachpersonaltraining sollte am besten mit einem erfahrenen Ausbilder durchgeführt werden.
Belgier absolvieren den Allgemeinen Ausbildungslehrgang (GTC) oder den Lehrgang für Schutzbauwerke (ZKS) mit Leichtigkeit. Auch Beweglichkeit und andere Sportarten erlernen sie schnell. Sie sind häufig im Polizeidienst, beim Zoll sowie bei Such- und Rettungsdiensten anzutreffen.
Belgische Schäferhundwelpen sind von Natur aus einfallsreich und neugierig, lernen aber Grundregeln und Kommandos sehr schnell, besonders wenn sie eine gute Beziehung zu ihrem Besitzer haben. Eine frühe Sozialisierung ist entscheidend; der Welpe sollte an andere Tiere, Menschen, Geräusche und seine Umgebung gewöhnt werden. So wird ein ausgeglichener und selbstbewusster Hund heranwachsen.

Wartung und Pflege
Schäferhunde eignen sich hervorragend für die Haltung in einem eigenen Garten. Selbstverständlich sollte der Hund ein eigenes Zuhause, eine isolierte Hundehütte für kalte Tage und einen schattigen Platz zum Verstecken bei Hitze haben. Hundehütten können als vorübergehende Unterkunft betrachtet werden. Die Haltung in einer Wohnung ist, selbst mit regelmäßigen Spaziergängen, nicht optimal. Wenn Sie jedoch einen Belgischen Schäferhund im neunten Stock suchen, ist ein Malinois die perfekte Wahl. Ausreichend Bewegung und regelmäßige geistige Anregung sind unerlässlich.
Die Fellpflege eines Belgischen Schäferhundes besteht hauptsächlich aus der Pflege des Fells, dem regelmäßigen Bürsten und dem Entfernen abgestorbener Unterwolle, insbesondere während des Fellwechsels. Häufiges Baden wird nicht empfohlen. Jede Fellart erfordert eine andere Herangehensweise, unterschiedliche Pflegeintervalle und die passende Ausrüstung. Der Malinois (siehe Abbildung unten, ein Groenendael) ist in puncto Fellpflege am unkompliziertesten; wie auch der Tervueren benötigt er regelmäßiges Bürsten, vor allem während des Fellwechsels. Wichtig ist außerdem die regelmäßige Kontrolle von Augen, Ohren und Zähnen auf Schmutz. Bürsten erfolgt nach Bedarf.

Diät
Es gibt zwei Arten von Futter für Ihren Belgischen Schäferhund: kommerzielles Trockenfutter oder natürliches Futter. Die Auswahl des Trockenfutters richtet sich nach Alter und Gesundheitszustand des Hundes (aktiv, erwachsen, trächtig oder säugend). Kommerzielles Trockenfutter ist in der Regel vollwertig und benötigt keine Vitamin- oder Mineralstoffzusätze. Natürliches Futter sollte hauptsächlich aus Getreide, Fleisch und Innereien sowie etwas Gemüse und Obst bestehen. Eier und fermentierte Milchprodukte können dem Hund gelegentlich gegeben werden. Natürliches Futter erfordert zusätzliche Vitamin- und Mineralstoffzusätze.
Gesundheit, Krankheit und Lebenserwartung
Belgische Schäferhunde sind kräftige, widerstandsfähige Hunde mit einem robusten Immunsystem und einer ausgezeichneten Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Wetterbedingungen. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie keine Vorsorge, regelmäßige Fellpflege und eine gesunde Ernährung benötigen.
Neben Krankheiten, die durch unsachgemäße Pflege verursacht werden, ist die Rasse auch für mehrere Erbkrankheiten und Veranlagungen zu bestimmten Beschwerden bekannt:
• Allergien;
• Aufblähung von Magen und Darm (mit der Möglichkeit eines nachfolgenden Volvulus)
• Dysplasie der Hüft- und Ellenbogengelenke;
• Katarakt;
• Fettleibigkeit;
• Epilepsie.
Die durchschnittliche Lebenserwartung der Belgier beträgt 10-12 Jahre.

Auswahl eines Belgischen Schäferhundwelpen und Preis
Am besten kauft man einen Belgischen Schäferhundwelpen von einem Züchter, der sich auf diese Rasse spezialisiert hat und über nachweisliche Erfolge verfügt. Selbstverständlich muss der Hund auch den Anforderungen an einen erwachsenen Hund gerecht werden und die notwendigen Arbeitseigenschaften sowie ein entsprechendes Temperament besitzen. Um Enttäuschungen hinsichtlich des Charakters und der Talente des Welpen zu vermeiden, ist es wichtig, die Leistungen der Elterntiere zu prüfen. Die meisten Zuchtvereine bieten spezielle Verhaltens- und Charaktertests für Welpen zur ersten Einschätzung an.
In Russland und den GUS-Staaten sind die häufigsten Rassen Malinois und Groenendael; andere Rassen sind weniger beliebt und sehr schwer zu finden, geschweige denn zu kaufen.Belgische Schäferhunde verschiedener Typen kosten ungefähr gleich viel. Ein Belgischer Malinois, Groenendael oder Tervueren mit guter Abstammung kostet zwischen 500 und 1.000 US-Dollar. Der Preis hängt hauptsächlich vom Standort der Zuchtstätte, der Qualität und den Erfolgen der Elterntiere sowie der Nachfrage nach der Rasse ab. Welpen aus unkontrollierten oder Amateurverpaarungen kosten in der Regel nicht mehr als 10.000 bis 15.000 Rubel.
Fotos
Fotos von Welpen und Hunden der Rasse Belgischer Schäferhund. Die Fotos zeigen deutlich das Aussehen und die Unterschiede der verschiedenen Rassen Belgischer Schäferhunde: Groenendael, Tervueren, Malinois und Laekenois.
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