Weißer Schweizer Schäferhund (Amerikanisch-Kanadischer Schäferhund)
Der Weiße Schweizer Schäferhund ist eine relativ junge Rasse, die vom alten Deutschen Schäferhund abstammt und daher einige Ähnlichkeiten in Aussehen, Charakter und Verhalten aufweist. Er ist ein vielseitiger Arbeitshund und hat sich auch als Familienhund und Begleithund bewährt.

Inhalt
Ursprungsgeschichte
Weiße Deutsche Schäferhunde werden seit Langem in Deutschland, Kanada und den Vereinigten Staaten gezüchtet, sind aber auch als Weiße Schweizer Schäferhunde oder Amerikanisch-Kanadische Schäferhunde bekannt. Im Grunde handelt es sich um dieselbe Rasse, die von weißen Deutschen Schäferhunden abstammt, jedoch eine normale Pigmentierung an Nase, Lefzen und Augenlidern aufweist.
Bekanntlich waren die ersten beiden Rüden, die 1882 in Hannover vorgestellt wurden, hellfarbig: einer weiß, der andere hellgrau. Der weiße Rüde erhielt den Namen Greif und spielte eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der Rasse. Im späten 19. Jahrhundert arbeiteten mehrere Züchter von Deutschen Schäferhunden unabhängig voneinander und versuchten jeweils, ihren eigenen idealen Arbeitshund zu entwickeln. Doch ein Mann trat hervor, der sie vereinen konnte: Max Emil Friedrich von Stephanitz. 1899 erwarb er auf einer Ausstellung einen Rüden namens Hector und gab ihm den Namen Horand von Grafrath. Dieser wurde als erster Hund ins Zuchtbuch eingetragen und ist der Stammvater der modernen Deutschen Schäferhunde. Sein Großvater mütterlicherseits war derselbe weiße Greif, der die weiße Farbe in die Rasse einführte.
Deutsche Schäferhunde erfreuten sich schnell großer Beliebtheit und verbreiteten sich über Deutschland hinaus, indem sie nach Amerika, Kanada, Großbritannien und in andere Länder exportiert wurden. Die Zahl der Züchter wuchs rasant. Bis in die 1930er-Jahre spielte die Fellfarbe keine besonders wichtige Rolle; der Fokus lag auf den Arbeitseigenschaften. Mit dem zunehmenden Einsatz als Arbeitshunde stiegen die Anforderungen dramatisch an die Rassen, und viele konnten diesen nicht mehr gerecht werden. Die Ursache musste gefunden werden. Die Nationalsozialisten machten das weiße Gen dafür verantwortlich und schrieben ihm allerlei Fehler und den Verlust der Arbeitsfähigkeit zu. Diese Ansicht verbreitete sich schnell unter den Züchtern, und in den 1960er-Jahren wurde Weiß schließlich als Ausschlusskriterium für die Zucht eingestuft. Zu diesem Zeitpunkt war der weiße Deutsche Schäferhund in Amerika bereits entwickelt worden; er war eine eigenständige Rasse, und die Amerikaner wollten ihn nicht aufgeben. Weiße Schäferhunde aus den USA kamen unter dem Namen „Amerikanisch-Kanadischer Weißer Schäferhund“ nach Europa. Sie wurden Anfang der 1970er-Jahre erstmals in die Schweiz importiert. Bald verbreiteten sich zahlreiche reinrassige weiße Hunde über mehrere Generationen hinweg in ganz Europa. Seit 1991 sind sie als neue Rasse mit dem Schweizer Zuchtbuchpräfix LOS registriert.
Im Jahr 2003 wurde die Rasse von der FCI (Föderaler Hundeverband, Internationaler Verband für Hunde und Rinder) unter dem Namen Weißer Schweizer Schäferhund anerkannt. Die Rasse hatte keine direkte Verbindung zur Schweiz; höchstwahrscheinlich wurde der Name aufgrund der besonderen Beziehung der FCI zu den Vereinigten Staaten vergeben, die kein Mitglied sind und ihre Beziehungen auf ein Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung beschränken.
Video über die Hunderasse Weißer Schweizer Schäferhund:
Aussehen
Der Weiße Schweizer Schäferhund ist ein kräftiger, mittelgroßer Hund mit gut entwickelter Muskulatur, moderatem Knochenbau, eleganten, harmonischen Konturen und einem etwas gestreckten Körperbau. Das Längen-Höhen-Verhältnis beträgt 12:10. Der Geschlechtsdimorphismus ist deutlich ausgeprägt: Die Widerristhöhe liegt bei Rüden zwischen 60 und 66 cm und bei Hündinnen zwischen 55 und 61 cm; das Gewicht variiert zwischen 30 und 40 kg bzw. 25 und 35 kg.
Der Kopf ist trocken, kantig und keilförmig. Fang und Schädel verlaufen parallel. Der Schädel ist leicht gerundet. Der Stop ist mäßig ausgeprägt. Der Fang ist kräftig und lang mit geradem Nasenrücken. Die Nase ist mittelgroß und dunkel. Augenlider und Lefzen sind trocken, anliegend und möglichst dunkel. Die Augen sind mittelgroß, mandelförmig und leicht schräg eingesetzt. Die Irisfarbe variiert von braun bis dunkelbraun. Die Ohren sind aufrecht, hoch angesetzt, senkrecht und nach vorn gerichtet, oben leicht abgerundet.
Der Hals ist mittellang und harmonisch angesetzt. Der Körper ist kräftig und von mittlerer Länge. Der Widerrist ist gut ausgeprägt, der Rücken kräftig und gerade. Die Lende ist gut entwickelt. Die Kruppe ist von mittlerer Breite und Länge und fällt sanft zum Rutenansatz ab. Die Brust ist nicht sehr breit, im Querschnitt oval, mit einer gut ausgeprägten Vorbrust. Flanken und Bauch sind schlank, die Unterlinie ist leicht aufgezogen. Die Rute ist säbelförmig, buschig, verjüngt sich zur Spitze hin, ist tief angesetzt und reicht bis zu den Sprunggelenken. Die Gliedmaßen sind kräftig und muskulös, gerade, parallel und nicht zu weit auseinander. Die Pfoten sind oval, die Hinterpfoten etwas länger als die Vorderpfoten und rundlich geformt. Die Zehen sind eng anliegend mit kräftigen, schwarzen Ballen.
Das Fell ist dicht mit einer gut entwickelten Unterwolle, liegt eng an und fühlt sich rau an. Es gibt zwei Typen der BShO (British Scottish Terrier), die sich in der Haarlänge unterscheiden: langhaarig und kurzhaarig. Fang, Vorderläufe und Ohren sind stets kurzhaarig. Das Haar an Hals und Hinterbeinen ist länger und kann leicht gewellt sein.

Charakter
Der Weiße Schweizer Schäferhund ist ein fröhlicher, aufmerksamer und wachsamer Hund. Fremden gegenüber ist er zurückhaltend, aber nicht aggressiv. Er ist energiegeladen, ohne dabei übermäßig anspruchsvoll zu sein, und besonders kinderfreundlich. Er ist sehr intelligent, schlagfertig und lernt schnell.
Der Weiße Schweizer Schäferhund ist ein Begleithund mit ausgeglichener Psyche und freundlichem Wesen.
Besitzer von Weißen Schweizer Schäferhunden haben selten Probleme mit anderen Tieren. Weiße Schweizer Schäferhunde sind sehr gesellig und freundlich und vertragen sich gut mit anderen Hunden. Sie jagen zwar manchmal Katzen oder Vögel, aber bei entsprechender Erziehung tun sie ihren Artgenossen nichts. Die meisten Weißen Schweizer Schäferhunde sind besitzerorientiert, sanftmütig und gehorsam, doch manche Exemplare können die Grenzen ihrer Besitzer zeitlebens austesten. Dies ist meist ein Merkmal von Rüden.
Der Weiße Schweizer Schäferhund eignet sich nicht zur Bewachung von Privathäusern oder anderen Grundstücken. Er ist in erster Linie ein Begleithund, ein Familienhund. Dennoch können ihm bestimmte Eigenschaften verliehen werden. Wenn etwas passiert, wird der Weiße Schweizer Schäferhund zweifellos Alarm schlagen; er besitzt einen ausgeprägten Territorialinstinkt, aber anders als beispielsweise Zentralasiatische Schäferhunde oder KaukasierSie ist nicht so sehr darauf bedacht, das Territorium zu bewachen, und kann Eindringlinge auch jenseits seiner Grenzen verfolgen. Es ist möglich, die Qualitäten des Hundes als Leibwächter zu entwickeln, aber die Malinois Und Deutsche SchäferhundeDer BShO kann so tun, als würde er "beißen", aber normalerweise passiert nichts weiter.
Schul-und Berufsbildung
Der Weiße Schweizer Schäferhund ist leicht zu erziehen. Kynologen und Züchter empfehlen, mit positiver Verstärkung zu arbeiten: Belohnung für das Erfüllen einer Aufgabe, Belohnung für das Nichterfüllen. Und natürlich: Motivation, Motivation und nochmals Motivation. Welpen trainiert man am besten spielerisch, aber auch erwachsene Hunde sollten motiviert werden, Aufgaben zu erledigen. Brutale körperliche Gewalt wird nicht angewendet. Bei einer erlernten Fähigkeit kann man etwas Druck ausüben, wenn der Hund faul oder ungezogen wird.
Weiße Schäferhunde schneiden gut bei Gehorsamkeitswettbewerben und Such- und Rettungseinsätzen ab, aber Hunde, die im Schutz- und Wachdienst eingesetzt werden, sind selten.
Immer häufiger sieht man Black School Obediences (BShOs) bei Wettbewerben in verschiedenen Gehorsamkeitsprüfungen und aktiveren Sportarten (Agility, Frisbee, Freestyle). BShOs sind leistungsfähig und vielseitig und können viel lernen, wenn ihr Besitzer ihnen Ziele setzt und sie in ihrer Leidenschaft fördert.
Inhaltsmerkmale
Der Weiße Schweizer Schäferhund ist eine vielseitige Rasse. Er passt sich der Zwingerhaltung an, verträgt Kälte gut und kann bei ausreichend Auslauf auch in einer Wohnung gehalten werden. Im Haus ist er ruhig und sauber. Der Fellwechsel von Weißen Schweizer Schäferhunden ist abhängig von den Haltungsbedingungen. Im Zwinger haaren sie nur in der wechselhaften Zeit stark, während sie in der Wohnung fast ganzjährig haaren.
Es wird empfohlen, den BShO zweimal täglich nach folgendem Zeitplan auszuführen: 15 Minuten für Bewegung, 15 Minuten für aktives Spielen, 15 Minuten für anspruchsvolle Aufgaben und Training und 15 Minuten für einen gemütlichen Spaziergang auf dem Heimweg. Viele Wohnungsbesitzer versuchen, zusätzlich ein bis zwei kurze Spaziergänge einzuplanen. Der BShO kann ein Begleiter beim Joggen und Radfahren sein, und in den wärmeren Monaten ist es ratsam, ihm das Schwimmen zu ermöglichen.
Pflege
Damit Ihr Hund gepflegt aussieht, ist regelmäßige Fellpflege unerlässlich. Bürsten Sie sein Fell ein- bis zweimal pro Woche, während des Fellwechsels sogar täglich. Ein Standard-Pflegeset enthält einen Kamm oder eine Bürste mit langen, rotierenden Zinken, ein Trimmmesser zum Entfernen abgestorbener Haare oder eine 30-Zahn-Trimmbürste sowie eine Feinzahnbürste. Hunde werden üblicherweise einmal im Monat gebadet. Manchmal kommen dabei aufhellende Shampoos zum Einsatz. Bei richtiger Pflege ist das Fell nahezu geruchlos und bleibt weich und sauber. Die Ohren werden wöchentlich kontrolliert und gereinigt. Die Krallen werden nach Bedarf geschnitten. Manche Hunde haben Haare zwischen den Ballen und Zehen, die am besten, insbesondere im Winter, gekürzt werden. Es ist außerdem ratsam, Ihren Hund an das Zähneputzen zu gewöhnen.
Ernährung
Der Weiße Schweizer Schäferhund ist in Bezug auf die Ernährung in der Regel zurückhaltend und passt sich schnell an verschiedene Fütterungsarten und -zeiten an. Dabei kann er sowohl natürliche als auch Fertigfutter erhalten; der Besitzer entscheidet, was ihm am besten passt. Am wichtigsten ist eine ausgewogene Ernährung mit ausschließlich hochwertigen Zutaten oder Futter der Spitzenklasse. Bestimmte Trockenfutter (meist mit Algen) sowie der Verzehr von rotem Fisch können zu einem rosafarbenen Schimmer im Fell führen. Auch ein Überschuss an Protein und Fett, Allergien oder Pilzinfektionen können dieses Problem verursachen.
Aufgrund der genetischen Veranlagung des Hundes zu Magendrehung sollte er eine Stunde nach und eine Stunde vor anstrengender Bewegung in ruhiger Umgebung gefüttert werden. Lebensmittel, die die Gärung fördern (Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Getreide), sollten vollständig vom Speiseplan gestrichen werden.
Gesundheit und Lebenserwartung
Der Weiße Schweizer Schäferhund ist ein robuster, widerstandsfähiger Hund, der Hitze und Kälte gut verträgt. Die meisten Erkrankungen werden durch unsachgemäße Pflege, Ernährung und schlechte Haltungsbedingungen verursacht. Es sind einige Erbkrankheiten in der Rasse bekannt, die jedoch meist nicht lebensbedrohlich und behandelbar sind.
- Panosteitis (Claudicatio intermittens);
- AugenkrankheitenKatarakt, Hornhautdystrophie, Gewebesarkom, Iriszyste, Sehnervhypoplasie, Blindheit, Districhiasis);
- Verdauungsstörungen;
- Allergie;
- Volvulus des Magens und Darms;
- Degenerative Myelopathie;
- Autoimmunerkrankungen;
- Stoffwechselerkrankungen (Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes);
- Im Erwachsenenalter, onkologische Erkrankungen.

Die Lebenserwartung beträgt typischerweise 11-12 Jahre. Zu den obligatorischen vorbeugenden Maßnahmen gehören rechtzeitige Impfungen, die Behandlung von äußeren und inneren Parasiten sowie regelmäßige tierärztliche Untersuchungen.
Welpenauswahl und Preis
Bei der Welpenwahl stehen Gesundheit und Charakter an erster Stelle. Für Laien ist es schwierig, ein schwaches Nervensystem bei einem Welpen zu erkennen. Erfahrene Züchter beurteilen das Potenzial ihrer Welpen und helfen Ihnen, einen Hund zu finden, der Ihren Bedürfnissen entspricht: ob für Sport, Schutz oder als Familienhund. Diese flauschigen Fellknäuel sind sehr liebenswert, doch bevor Sie einen Welpen aus einem Wurf auswählen, sollten Sie die Lebensbedingungen des Welpen und das Temperament der Elterntiere, zumindest der Mutter, prüfen.
Für die Auswahl eines Welpen für Ausstellungen und die Zucht empfiehlt sich die Hilfe eines erfahrenen Hundetrainers oder eines neutralen Züchters. Allerdings kann selbst umfangreiche Erfahrung verhindern, dass ein Welpe ein zukünftiger Champion wird; seien Sie also darauf vorbereitet.
Welpen sollten gut entwickelt sein. Ihre Ohren müssen nicht unbedingt aufrecht stehen, sollten aber fest sein. Es ist entscheidend, dass die Welpen dem Rassestandard entsprechen. Sie dürfen weder übermäßig aggressiv noch scheu sein, keine blauen Augen haben und keinen Überbiss aufweisen. Fehlende Pigmentierung an Nase, Lefzen, Augenlidern oder Pfotenballen, eine Ringelrute oder eine rehbraune Fellfarbe sind Ausschlusskriterien. Mit zwei Monaten variieren Welpen in ihrer Größe, wiegen aber durchschnittlich 4–6 kg und haben einen Brustumfang von 37–42 cm. Am besten holt man einen Welpen im Alter von 2,5–3 Monaten ab. Impfungen sind unerlässlich. Eine grundlegende Sozialisierung durch den Züchter während der Aufzucht ist ein großer Vorteil.
Preis
Welpen der Rasse Weißer Schweizer Schäferhund kosten zwischen 5.000 und 50.000 Rubel. Welpen ohne Stammbaum, deren Eltern zweifelhafter Herkunft sind, kosten in der Regel nicht mehr als 5.000 Rubel. Welpen ohne Papiere, aber von Eltern mit Titeln, werden im Durchschnitt für 10.000 bis 15.000 Rubel verkauft. Reinrassige Welpen mit Papieren, die aus einer geplanten Verpaarung stammen, kosten ab 25.000 Rubel. Manche Züchter treiben aufgrund ihres Status die Preise ihrer Welpen deutlich in die Höhe, aber die Preise können auch hoch sein, wenn Hunde aus ausländischen Elitelinien in der Zucht eingesetzt werden.
Fotos
Die Galerie enthält Fotos von Welpen und ausgewachsenen Weißen Schweizer Schäferhunden.
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