Bayerischer Gebirgshund (Bayerischer Laufhund)

Der Bayerische Sennenhund wurde im späten 19. Jahrhundert in Deutschland gezüchtet. Er ist auf die Fährtenarbeit spezialisiert, seine Fähigkeiten reichen aber weit darüber hinaus. Bayerische Sennenhunde zeichnen sich durch ein attraktives Aussehen, außergewöhnliche Intelligenz und ein ruhiges, ausgeglichenes Wesen aus. Sie sind robust, energiegeladen und für jede Herausforderung bereit: Jagd, Sport und Such- und Rettungseinsätze.

Bayerischer Gebirgshund

Ursprungsgeschichte

Die Geschichte des modernen Bayerischen Gebirgsschweißhundes beginnt in den 1870er Jahren. Damals begann Baron Karl Bebenburg Reichenhall mit der Zucht eines „leichten“ Hundes für die Arbeit in den Bergen. Als Basis diente der Hannoversche Schweißhund, dem Blut von Bracchi-Hunden beigemischt wurde. Die Hunde wurden nach folgenden Kriterien ausgewählt:

  • Der absolute Nervenkitzel der Jagd;
  • Zuverlässige und unmissverständliche Ortung;
  • Die Freude an der Jagd;
  • Ausgeprägter Geruchssinn;
  • Fähigkeit, einer Fährte mithilfe der Stimme zu folgen.

Dem äußeren Erscheinungsbild wurde zweitrangig Bedeutung beigemessen. Der Bayerische Gebirgsschweißhund wurde 1883 als eigenständige Rasse anerkannt. Er fand schnell Anklang bei Jägern in Bergregionen und später auch in anderen Gebieten. 1912 wurde in München der Bayerische Gebirgsschweißhund-Club gegründet, um die Rasse weiterzuentwickeln und zu verbreiten. Die Internationale Organisation für Hundezucht (FCI) erkannte die Rasse 1996 an.

Zweck

Die spezifische Verwendung der Bayerischen Gebirgshunde wird durch ihren Namen bestimmt – das deutsche Wort „Bayerischer Gebirgshund“ bedeutet wörtlich übersetzt „Bayerischer Bluthund“.

Bei der Arbeit verlassen sich Bayerische Laufhunde auf die Witterung des Tieres, nicht auf dessen Aussehen. Sie besitzen einen äußerst feinen Geruchssinn, und ihre Hängeohren helfen ihnen – einer Theorie zufolge – Gerüche aus der Luft aufzunehmen und nah an ihrer Schnauze zu speichern. Die besten Hunde können sogar noch Gerüche aufnehmen, wenn das Tier ein Gewässer durchquert hat. Bayerische Laufhunde suchen ruhig und selbstsicher. Sie folgen der Fährte mit einem gleichmäßigen Bellen. Sie sind ausdauernd, aktiv und selbstständig, dabei aber stets auf ihren Besitzer konzentriert und versuchen, ihn im Blick zu behalten.

Die Hauptaufgabe des Bayerischen Gebirgsschweißhundes besteht darin, Huftiere anhand ihrer Blutspur aufzuspüren.

Bayerische Jagdhunde können an Treibjagden auf Enten und Hasen teilnehmen und dabei gute Ergebnisse erzielen. Allerdings können sie bei solchen Aufgaben fehleranfällig sein.

Neben der Jagd kann man mit Bayeren fast jede Art von Hundesport betreiben: Agility, Frisbee, Freestyle, HetzjagdFahrradtouren und vieles mehr. Diese Hunde sind bei Polizei, Zoll und Rettungsdiensten im Einsatz.

Aussehen

Das Erste, was am Bayerischen Gebirgsschweißhund ins Auge fällt, ist seine ungewöhnliche Fellzeichnung: ein roter Körper mit sanften Übergängen und eine samtig schwarze Maske. Dieses Muster wurde bewusst gewählt. Es ermöglicht dem Hund, in der Herbstlandschaft nahezu unsichtbar zu werden, und der Herbst ist die Jagdzeit für Huftiere. Der Bayerische Gebirgsschweißhund ist harmonisch, agil und wendig, von mittlerer Größe, leicht gestreckt und muskulös. Der Geschlechtsdimorphismus ist ausgeprägt.

  • Die Widerristhöhe der Männchen beträgt 47-52 cm, das Gewicht 20-30 kg.
  • Die Widerristhöhe der Hündinnen beträgt 44-48 cm, das Gewicht 17-25 kg.

Der Schädel ist leicht gewölbt mit gut entwickelten Überaugenwülsten. Der Stop ist deutlich ausgeprägt. Die Schnauze ist etwas kürzer als der Schädel, breit und nicht spitz. Der Nasenrücken ist gerade oder leicht gewölbt. Der Nasenspiegel ist groß, nicht sehr breit, die Nasenlöcher sind gut geöffnet und dunkelrot oder schwarz. Die Lefzen liegen eng an, sind von mittlerer Dicke und haben deutlich sichtbare Mundwinkel. Die Kiefer sind kräftig, mit Scherengebiss; ein Scherengebiss ist zulässig. Die Augen sind weder zu rund noch zu groß, dunkelbraun oder etwas heller. Die Lider sind gut pigmentiert und liegen eng an. Die Ohren sind hängend, reichen bis zur Nasenspitze, sind schwer, hoch angesetzt, an der Basis breit und haben abgerundete Spitzen.

Der Hals ist mittellang. Die Haut am Hals ist etwas locker. Der Körper ist wohlproportioniert und muskulös. Die Rückenlinie steigt vom Widerrist zum Kreuzbein leicht an. Der Rücken ist flexibel und kräftig. Der Brustkreis ist lang und leicht abfallend (20–30 Grad gelten als ideal). Die Lende ist kurz und breit. Die Brust ist tief und lang, mäßig breit. Die Rippen sind gut gewölbt. Der Brustkorb reicht bis zum Ellbogengelenk. Der Bauch ist leicht aufgezogen. Die Rute ist mittellang, hoch angesetzt und wird waagerecht oder leicht nach unten getragen. Die Gliedmaßen sind gerade, parallel, gut unter dem Körper positioniert, mit guter Winkelung, ausgeprägten Gelenken und gut entwickelter Muskulatur. Die Pfoten sind oval mit eng anliegenden, gewölbten Zehen. Die Ballen sind gut pigmentiert, kräftig und rau. Die Krallen sind schwarz oder rosa.

Die Haut ist straff und kräftig. Das Fell ist glatt, dicht, mäßig rau, leicht glänzend und liegt eng an. Es ist am Kopf und an den Ohren feiner und kürzer, am Bauch, an den Gliedmaßen und an der Rute hingegen rauer und länger. Farben: Dunkelrot, Falbfarben, Rot, Rotbraun, Braun sowie gestromt oder mit schwarzen Haaren durchsetzt. Die Fellfarbe am Rücken ist in der Regel intensiver. Eine dunkle Maske sollte unabhängig von der Farbe auf der Schnauze vorhanden sein. Die Rute ist üblicherweise dunkler. Ein kleiner weißer Fleck auf der Brust ist zulässig.

Bayerischer Gebirgsschweißhund aus einer Zuchtstätte

Charakter und Verhalten

Der Bayerische Laufhund ist ein ruhiger, treuer, gehorsamer und ausgeglichener Hund. Fremden gegenüber ist er zurückhaltend. Er ist nicht für Wach- oder Schutzaufgaben geeignet. Er ist sehr auf seinen Besitzer fixiert.

Draußen ist sie aktiv und robust, zu Hause hingegen eher unauffällig und zurückhaltend. Von Natur aus ist sie sehr gesellig und sehnt sich nach Gesellschaft, Zuneigung und Aufmerksamkeit. Sie ist freundlich zu anderen Hunden und versteht sich oft auch gut mit kleinen Haustieren. Mit Kindern kommt sie gut aus, hört ihnen aber beim Spaziergang nicht zu und spielt nicht gern mit ihnen.

Der Bayerische Gebirgsschweißhund läuft, anders als viele andere Jagdhunde, nicht von seinem Besitzer weg. Selbst die Jagdlust hält ihn nicht davon ab, seine Wachsamkeit zu verlieren und regelmäßig zurückzukehren, um sich selbst zu markieren. Im Alltag wie bei der Jagd ist er mutig, selbstbewusst und neugierig, mit einem Hauch von Abenteuerlust und Humor. Er zeigt keinerlei Anzeichen von Feigheit oder Aggression.

Schul-und Berufsbildung

Bayerische Gebirgsschweißhunde sind sehr lernfähig, gesellig und intelligent. Sie verstehen schnell, was von ihnen erwartet wird. Die Arbeit mit ihnen erfordert Geduld, Konsequenz und Verständnis für ihr Wesen. Schmerzen müssen unbedingt vermieden und ihr Unabhängigkeitsdrang eingeschränkt werden. Bayerische Gebirgsschweißhunde haben ein ausgeprägtes Gespür für Grenzen, testen diese aber gelegentlich. Man sollte außerdem bedenken, dass sie hervorragende Manipulatoren und Schauspieler sind.

Bei der Aufzucht und Erziehung eines Hundes muss der Besitzer nicht nur Anführer und Mentor sein, sondern auch für den Hund verständlich und anregend sein und positive Verstärkung in Form von Leckerlis und Lob geben.

Die Ausbildung des Bayerischen Laufhundes beginnt früh. Im Alter von 1,5 bis 2 Monaten wird der Hund an Felle, Pfoten und Hufe herangeführt. Die Fährtenarbeit kann bereits mit 4 Monaten begonnen werden: Der Hund zieht eine Fährte und legt dabei eine Blutspur entlang einer schwarzen Markierung. Schon mit 9 bis 10 Monaten kann er in die freie Natur mitgenommen werden.

Welpe eines Bayerischen Gebirgsschweißhundes

Inhaltsmerkmale

Der Bayerische Gebirgsschweißhund passt sich gut an das Stadtleben an, auch an die Wohnungshaltung. Bei ausreichend geistiger und körperlicher Auslastung sowie alternativer Jagd zeigt er in der Regel keine Anpassungs- oder Verhaltensprobleme. Oft wird behauptet, er sei ein „Jagdhund“ und nicht für das Stadtleben geeignet. Das stimmt so nicht ganz und beruht auf der Richtlinie des Bayerischen Gebirgsschweißhund-Vereins, der die Haltung dieser Hunde als „Couchpotatoes“ ablehnt und stattdessen deren Einsatz als Arbeitshunde befürwortet. Die kurzhaarige Variante eignet sich am besten für die Wohnungshaltung; sie riecht nicht, sabbert nicht und haart wenig. Eine Haltung im Freien ist möglich, das Gehege muss jedoch mit einer gut isolierten Hundehütte ausgestattet sein.

Der Bayerische Laufhund besitzt ein hervorragendes Potenzial, doch um all seine wunderbaren Eigenschaften zu entfalten, benötigt er regelmäßiges Training, körperliche und geistige Anregung sowie eine angemessene Erziehung. Ohne dies wird selbst der talentierteste Bayerische Laufhund zum Stubenhocker, ungehorsam und neigt zu destruktivem Verhalten.

Der Bayerische Laufhund liebt lange Spaziergänge im Wald oder Wanderungen. Das bietet ihm die optimale körperliche und geistige Anregung für eine gesunde Entwicklung. Besitzer können ihren Bayerischen Laufhund dann in Bestform erleben: ausdauernd, motiviert und glücklich.

Pflege

Die Fellpflege eines Bayerischen Gebirgsschweißhundes ist für Besitzer unkompliziert und erfordert weder viel Zeit noch Geld. Regelmäßiges Bürsten mit einem Gummihandschuh oder einer Bürste für kurzhaarige Hunde ist ausreichend. Baden Sie Ihren Hund alle vier bis sechs Monate. Achten Sie außerdem auf Augen, Ohren und Krallenlänge. Regelmäßiges Zähneputzen wird empfohlen.

Bayerischer Gebirgsschweißhund

Gesundheit und Lebenserwartung

Bayerische Gebirgsschweißhunde sind im Allgemeinen gesund. Bei artgerechter Pflege und Fütterung erkranken sie selten. Die häufigsten Probleme sind Verletzungen, die auf ihre hohe Aktivität und ihr Geselligkeitsbedürfnis zurückzuführen sind.

  • Leichte Verstauchungen, Prellungen, Schnittwunden;
  • Hundebisse;
  • Insektenstiche.

Im jungen Alter werden häufiger folgende Erkrankungen registriert:

Bei dieser Rasse wurden keine Erbkrankheiten oder Pathologien beobachtet. Zuchttiere werden stets auf Hüftdysplasie untersucht. Die Lebenserwartung beträgt 11-13 Jahre.

Wichtige Präventivmaßnahmen sind rechtzeitige Impfungen, Entwurmungen und Behandlungen gegen äußere Parasiten, die unter anderem Überträger gefährlicher Krankheiten sind: Piroplasmose, Dirofilariose, andere.

Wo man einen Welpen der Bayerischen Sennenhunde kaufen kann

Dank der Arbeit polnischer Züchter steht Liebhabern des Bayerischen Gebirgsschweißhundes nun eine internationale Datenbank zur Verfügung. Dort finden sie Informationen zur Hundepopulation, zu geplanten Würfen, zu Wettbewerbsergebnissen und können die persönlichen Profile einzelner Vertreter der Rasse einsehen. Laut dieser Datenbank lebt die größte Anzahl Bayerischer Gebirgsschweißhunde in Polen (ca. 7.000). Etwas weniger leben in der Slowakei und in Italien. Rund 1.500 Hunde sind in Österreich und Tschechien registriert. In Deutschland gibt es lediglich 809 Bayerische Gebirgsschweißhunde. Dies ist höchstwahrscheinlich auf die Zuchtbeschränkungen des Bayerischen Gebirgsschweißhund-Vereins zurückzuführen: maximal 100 Welpen pro Jahr. In Russland, Weißrussland und der Ukraine ist die Population klein, es gibt jedoch viele Besitzer und mehrere professionelle Zuchtstätten.

Bei der Auswahl eines Welpen sollten Sie zunächst die Elterntiere berücksichtigen. Abstammung, Arbeitsfähigkeit, Gesundheit und Charakter werden beurteilt. Stammen die Welpen von Hunden ab, die seit mehreren Generationen nicht mehr gejagt haben, sondern nur im Agility-Sport aktiv sind, sollten Sie nicht erwarten, dass sie sich in der Fährtenarbeit auszeichnen.

Alle Welpen eines Wurfes sollten gesund aussehen, klare Augen und glänzendes Fell haben sowie energiegeladen und verspielt sein. Auch wird darauf geachtet, ob die Welpen dem Rassestandard entsprechen. Man sollte jedoch bedenken, dass es schwierig ist, bei einem zwei bis drei Monate alten Welpen einen zukünftigen Champion oder herausragenden Jagdhund zu erkennen. Alle existierenden Tests bieten keine Garantie.

Preis

Ein guter Welpe aus einer Arbeitsfamilie kostet etwa 60.000 Rubel. Allerdings ist zu beachten, dass der Preis stark variieren kann und von vielen Faktoren abhängt.

Fotos und Videos

Die Galerie zeigt Fotografien von Bayerischen Gebirgsschweißhunden bei der Arbeit und im Alltag. Die Hunde sind unterschiedlichen Geschlechts und Alters.

Video über die Hunderasse Bayerischer Gebirgsschweißhund

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