Sandkatze
SandkatzeDie Steppenkatze, auch Sandkatze genannt, gehört zur Familie der Wildkatzen und ist bekannt für ihre Fähigkeit, in den rauen Bedingungen der Wüste zu überleben. Sie ist die kleinste ihrer Verwandten, aber auch sehr agil, kräftig und widerstandsfähig. Ihr attraktives Aussehen macht sie zu begehrten Haustieren, doch diese niedlichen Raubtiere sind für diese Rolle ungeeignet.

Inhalt
Eine Sandkatze in freier Wildbahn
Der Lebensraum der Sandkatze, deren lateinischer Name Felis margarita lautet, erstreckt sich von der Sahara über die Arabische Halbinsel bis nach Zentralasien. Sie lebt ausschließlich in heißen, trockenen Regionen, genauer gesagt in sandigen Wüsten mit spärlicher Vegetation und in felsigen, mit Sträuchern bewachsenen Tälern. Die Sandkatze ist nachtaktiv und in der kalten Jahreszeit gelegentlich nur in der Dämmerung aktiv. Vor der Tageshitze sucht sie Schutz in Unterschlüpfen, vorwiegend in verlassenen Bauten von Korsakfüchsen, Füchsen und Stachelschweinen. Findet sie keine geeigneten Baue, gräbt sie flache Löcher oder erweitert Nagetierbauten.
Aufgrund ihrer zurückgezogenen Lebensweise in abgelegenen, trockenen Gebieten ist die genaue Populationsgröße der Sandkatzen unbekannt, Wissenschaftler schätzen sie jedoch auf etwa 50.000 Tiere. Aus demselben Grund wissen Katzenforscher nur sehr wenig über Sandkatzen, ihre Lebensweise und ihre Gewohnheiten. Die einzige verbleibende Informationsquelle sind die in Zoos lebenden Tiere.
Die Streifgebiete einzelner Sandkatzen können bis zu 15 Quadratkilometer umfassen und überschneiden sich oft. Auf der Suche nach Nahrung legen Sandkatzen bis zu 10 Kilometer am Tag zurück. Sie meiden Regen und schlechtes Wetter. Dann verlassen sie ihre Baue nur ungern, selbst wenn sie dadurch zu verhungern drohen. Zu den natürlichen Feinden der Sandkatze zählen Warane, große Schlangen, Schakale und Greifvögel.
Trotz ihrer geringen Größe und Schwäche ist die Sandkatze ein starkes und kraftvolles Raubtier, sehr widerstandsfähig und schnell und kann Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h erreichen.
Die Samtkatze ist von Natur aus sehr vorsichtig und ungesellig. Bei Gefahr sucht sie Schutz, wird sie aber in die Enge getrieben, wehrt sie sich.
Reproduktion
In freier Wildbahn dauert die Paarungszeit etwa zwei Monate und variiert je nach Standort. In der Sahara erstreckt sie sich von Januar bis April, in Pakistan von September bis Oktober. Die Tragzeit beträgt 59 bis 63 Tage. Ein Wurf umfasst in der Regel drei bis fünf Kätzchen, selten bis zu acht. Die Kätzchen öffnen ihre Augen mit zwei Wochen, beginnen mit fünf Wochen zu jagen und sind mit acht Monaten freilaufend. Die Geschlechtsreife erreichen sie mit neun bis 14 Monaten.
In Gefangenschaft leben Samtkatzen etwa 13 Jahre und sind mehrmals jährlich fortpflanzungsfähig. Die Zucht wird dadurch erschwert, dass sie ihre Neugeborenen oft verstoßen. Die meisten Kätzchen gewöhnen sich nicht an künstliche Aufzucht und sterben.

Diät
Die Sandkatze ist ein Raubtier. Ihre Nahrung besteht aus allem, was sie finden kann. Dazu gehören vor allem kleine Nagetiere, Insekten, Spinnen, Eidechsen und gelegentlich Vögel. Sie kann lange Zeit ohne Wasser auskommen und bezieht die Feuchtigkeit aus ihrer Nahrung.
Die Sandkatze ist auch für ihre Fähigkeit bekannt, Giftschlangen zu jagen.
Während der kalten Jahreszeit nähern sich Steppenkatzen manchmal Siedlungen, berühren aber weder Hausvögel noch Hauskatzen.
Aussehen
Die Sandkatze zählt zu den kleinsten Wildkatzen. Ausgewachsen wiegt sie etwa 3 kg und erreicht eine Körperlänge von maximal 55 cm. Ihr Aussehen ist etwas ungewöhnlich und durchaus ansehnlich. Ihr relativ großer Kopf ist leicht abgeflacht und trägt große Ohren und dichte Koteletten. Sandkatzen haben kurze, aber kräftige Pfoten. Diese sind mit dichtem, grobem Fell bedeckt, das die Ballen vor Verbrennungen durch heißen Boden schützt.
Das Fell ist weich und dicht. Es schützt nachts vor Kälte und tagsüber vor Hitze. Die Farbe variiert von sandfarben bis hellgrau mit verschiedenen dunkleren Streifen und Abzeichen, die oft mit der Gesamtfarbe verschmelzen. Das Fell an Brust, Kinn und Bauch ist sehr hell.

Gefangenschaft
Sandkatzen werden in vielen großen Zoos weltweit gehalten, sind aber in Gefangenschaft selten zu sehen. Sandkatzen eignen sich absolut nicht für die Haltung in Privathaushalten, geschweige denn in Wohnungen. Sie benötigen viel Freiraum. In Gefangenschaft leben sie in geräumigen Gehegen, die oft ihrem natürlichen Lebensraum nachempfunden sind.
In Gefangenschaft aufgezogene Sandkatzen gewöhnen sich an Menschen und sind weniger aggressiv und scheu, doch das Spielen mit ihnen ist gefährlich. Sie können heftig kratzen oder beißen. Sie folgen ihren Instinkten und lassen sich nicht so leicht erziehen wie Hauskatzen. Erwachsene Tiere in Gefangenschaft leiden unter starkem Stress, der oft zu Neurosen und Verhaltensproblemen führt. Ein weiteres Problem ist ihr Revierverhalten, das sich – anders als bei Hauskatzen – nicht durch Kastration unterbinden lässt.
Was man einer Sandkatze zu Hause füttern sollte
Die Ernährung einer Hauskatze sollte sich nur minimal von der ihrer wilden Artgenossen unterscheiden. Kleine lebende Nagetiere sollten den Hauptbestandteil ihrer Nahrung ausmachen. In Zoos werden Katzen mit Fleisch und Fleischprodukten sowie gelegentlich mit Eiern und Geflügel gefüttert.

Wo man ein Sandkätzchen kaufen kann
Sandkatzen werden üblicherweise nur von Zoos an andere Zoos verkauft. Der Durchschnittspreis für ein Jungtier liegt bei 2.000 US-Dollar. Der legale Kauf einer heimischen Sandkatze ist praktisch unmöglich. In Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan fangen Wilderer gelegentlich ausgewachsene Sandkatzen oder nehmen deren Jungtiere mit, um sie zu verkaufen. Der Kauf solcher exotischer Tiere ist nicht nur illegal, sondern auch gefährlich. Wildtiere bleiben ihr ganzes Leben lang wild und können zudem schwere Krankheiten übertragen.
Fotos und Videos
Die Galerie enthält Fotos von Sandkatzen (Steppenkatzen) unterschiedlichen Alters, Geschlechts und verschiedener Unterarten, die sich nur geringfügig in der Farbe unterscheiden.
Video über Sandkatzen (Steppenkatzen)
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